Unabhängige Meinung zu einem Rezensionsexemplar
Alltägliches

Unabhängige Meinung zu einem Rezensionsexemplar?

Bezahlte Meinung = bezahlte Werbung für Autoren und Verlage?

Zum Thema Rezensionsexemplare bewegen mich seit einiger Zeit ein paar Frage:

Ist ein Rezensionsexemplar eine Form der Bezahlung?

Wie so oft im Leben, gibt es eine Reihe von Perspektiven auf diese Frage. Zuerst ist da meine persönliche Sicht auf den Einsatz, den ich dabei „leiste“. Je nach Seitenanzahl benötige ich zwischen fünf und neun Lesestunden für ein Buch. Während des Lesens notiere ich meine Leseeindrücke, um sie später für meine Rezension ausarbeiten zu können. Das hält logischerweise beim Lesen auf und unterbricht den Lesefluss, aber wenn ich es nicht so handhabe, werden zu viele Eindrücke verschüttet, zu denen ich später keinen Zugang mehr finde. 

Nach Beendigung der Geschichte setzte ich mich zu 98% sofort an die Buchbesprechung. Es gibt nur wenige Ausnahmen, wo ich deutlichen Abstand zum Gelesenen benötige. Meine Rezensionen werden im Normalfall eine DIN-A4-Seite lang und gehen über die Sätze: „Das Buch hat mir gefallen“ und „ich empfehle es unbedingt“ weit hinaus.

Ist die Rezension fertig, geht es ans „Streuen“ und ich streue sie so breit wie möglich. Dabei kommen je nach Listung des Buches bis zu 17 Portale zusammen. So ist rasch ein Vormittag vergangen und ich habe nichts anderes getan, als die Buchbesprechung zu verfassen und zu verteilen. 

Doch damit ist es noch längst nicht getan:

Im Anschluss daran erfolgt ein Foto, worin ich das Buch wirkungsvoll in Szene setze. Zumindest ist das immer mein Bestreben, was am Ende dabei herauskommt, steht auf einem anderen Blatt. Dafür verschwindet wieder problemlos eine Stunde im zeitfressenden Nirwana (minimum). Die Bearbeitung des Fotos benötigt ebenfalls Zeit. Ist dies alles geschafft, wandert das Foto auf meinen Instagramkanal und auch dort mache ich mir Gedanken über den Text, die Hashtags und die damit verbundene Story, um auf meine Buchbesprechung aufmerksam zu machen. Schwupp ist schon wieder eine halbe Stunde den Bach runtergegangen. Und nicht zu vergessen, sind die unterschiedlichen Handhabungen mit den Beleg-Links der Rezensionen, die ich einsammeln und an die Verlage weiterleiten muss. Wieder andere, verlangen sie sogar doppelt und an verschiedene Adressen geschickt zu bekommen. Auch Selfpublisher wünschen das zunehmend. Dabei wird oft mehr als eine halbe Stunde geschreddert. 

Klar, ich könnte es mir einfacher machen: Fünf Sätze zum Buch, ein liebloses Bild auf Instagram und die Streuung auf drei Kanäle begrenzt, würde mir jede Menge Zeitersparnis bringen. Doch das wäre dann nicht mehr ich. Mein Blog, mit meinen Rezensionen und mein Instagramkanal, all das ist ein Spiegel von mir. Und in dem Moment, wo ich mich nicht mehr in diesem Spiegel sehen kann, höre ich auf mit dem Bloggen. Das habe ich mir versprochen. Unter diesem Aufwand sehe ich in einem Rezensionsexemplar keine Bezahlung. Das ist aber nur meine persönliche Draufsicht. Total subjektiv eben.

Wie unabhängig ist die Meinung zu einem Rezensionsexemplar:

Sobald wir von einem Menschen ein Geschenk erhalten, macht das etwas mit uns. Davon kann sich keiner freisprechen, und wenn diesem Geschenk noch weitere Aufmerksamkeiten beigefügt sind, erst recht nicht. Doch halt, da war doch etwas. Stimmt, wir sollen ein Buch bewerten, unabhängig und ohne uns von irgendwelchen Nettigkeiten in eine Richtung drängen zu lassen; nämlich die Sternentreppe in den 5. Stock hinauf. Und dabei macht es sicher noch einen Unterschied, ob ich ein Print oder ein eBook des Autors erhalten habe.

Woher ich das weiß? Diese Gedanken waren schon öfters in meinem Kopf, nämlich immer dann, wenn mir ein Buch nicht zu hundert Prozent zusagt und ich schon beim Lesen krampfhaft einen Text formuliere, mit dem ich dem Autor genau das mitteilen muss. Und es ist für mich jedes Mal belastend, das zu tun, aber ich habe mir von Anfang an geschworen, jedes Buch gleich zu bewerten. Egal ob es aus einem renommierten Verlagshaus kommt oder von einem Selfpublisher. Unabhängig davon ob eBook oder Print. Niemand ist hier besser und hat deshalb das Recht auf einen Vorzug. Meine Kriterien, was bei mir alles in eine Buchbewertung hinein fließt, könnt ihr hier nachlesen. Von daher kenne ich die Gefühle, die Blogger schon ab und an beim Lesen erfassen und die haben nur bedingt mit der Klasse Story zu tun. 

Für mich echte Schwerarbeit:

Und Autoren zu bewerten, die mir ans Herz gewachsen sind, bilden dabei noch eine größere Herausforderung. Öfter als nötig hinterfrage ich beim Lesen ihrer Bücher meine Leseeindrücke, rufe mich zurück, wenn ich auf Wolke sieben am Entschwinden bin, was ich bei einem anderen Autor nie machen würde. Ja, sie haben es doppelt schwer bei mir, weil ich mir keine Befangenheit vorwerfen lassen möchte. Und nein, sie haben bei mir nicht durchweg das fünfte Stockwerk auf der Sternentreppe erreicht und auch nicht die heiß ersehnte Flamme erhalten, die ich für ganz besondere Bücher vergebe. 

Was ich geändert habe:

Seit einiger Zeit bin ich dazu übergegangen Bücher nachträglich zu kaufen. Das hat sich bei mir eingeschlichen und ich mache es immer öfter und in Zukunft werde ich solche Bücher auch nicht mehr als Rezensionsexemplare kennzeichnen. Sie laufen dann unter „gekaufte Bücher“, was sie auch sind. Weshalb ich das mache? Zum einen, weil ich den Autoren damit Wertschätzung für ihre Arbeit entgegenbringe und ihnen etwas zurückgeben kann und zum anderen, weil mich dieses „Rezensionsexemplar = bezahlte Meinung“ nicht wirklich loslässt. Ich kann es drehen, wie ich möchte, man kann es immer als bezahlte Werbung auslegen, immer. Egal, was ich an Zeit und Arbeit in meine Rezension investiere. Und als wirklich unabhängig betrachte ich auch nicht jede Meinung zu einem Rezensionsexemplar. Zu oft stechen mir geschönte Bewertungen ins Auge, die dem Blogger nicht zugesagt haben, aber ihn nicht über seinen Schatten springen lassen, um einen Stern abzuziehen, den ich im Text klar lese, aber in der Sterne-Bewertung nicht sehen kann. 

Sicher werde ich mir nicht jedes Buch kaufen, das ich rezensiere, aber für mich ist das eine gute Mischung, um meine Meinung unbeeinflusster und klarer darzustellen, obwohl ich für mich weiß, wie unabhängig ich rezensiere. 

Scheint bei manchen ganzjährig die Sonne?

Und noch ein Thema, das mich beschäftigt: Über verschiedene Foren auf Facebook und auf Instagram, bin ich darauf gestoßen: Viele Blogger lehnen es ab, schlechte Bewertungen öffentlich zu machen. Ehrlich gesagt irritiert mich das heftig. Dabei geht es auch nicht darum einen Autor und sein Werk zu verreißen, oh nein. Für mich ist es immer wichtig, dass sich ein Leser einen breiten Überblick über meine Lese-Meinung verschaffen kann, um für sich zu entscheiden, was er lesen möchte. Wichtig ist dabei für mich, dass schlechte Kritik sachlich, hilfreich und nicht persönlich geschrieben wird. Und was heißt schon „schlecht“. Wenn mich eine Story nicht erreicht, hat das oft verschiedene Gründe.

Ich mag weder zu viele Figuren im Buch noch Distanz in den Zeilen. Betreutes Lesen ist mir ein Graus, ebenso wie Passivität und eine nicht nachvollziehbare Storyline, seitenweise kursive Texte und ich bin raus. Doch genau diese Dinge mag ein anderer Leser total gerne. Sobald sich ein Rezensent über zu viele explizite Szenen beschwert, schlage ich zu, weil ich das verflixt gerne lese. So ist auch eine schlechte Bewertung eine Win-win-Situation. Auf der einen Seite bewahre ich Leser mit einem ähnlichen Lesegeschmack vor einem Fehlkauf und auf der anderen Seite finden Leser genau das gut und können zuschlagen.

Und unter uns: Ein Buch-Blog, auf dem ich nur fünf oder maximal vier Sterne-Bewertungen finde, kann ich nicht ernst nehmen. Für mich strahlt das keine Unabhängigkeit der Meinung aus. Womit ich ebenso wenig etwas anfangen kann, wie auch die Autoren, sind Bewertungen, die zwar einen Abzug in der B-Note verzeichnen, aber nicht erklären wie es dazu kam. Da lese ich, dass das Buch toll war und eine absolute Leseempfehlung erhält, aber ich vermisse zu diesem Text den fünften Stern. Wo ist der hin? Hat den das Portal bei der Einstellung gefressen? In solchen Momenten muss ich meinen Kopf festhalten, damit er mir nicht vor lauter Wackeln vom Hals fällt. Ich wünsche mir als Mensch in meiner Gesamtheit wahrgenommen zu werden und das möchte ich ebenso von meinem Blog, aber wie soll das funktionieren, wenn ich jede negative Bewertung von ihm fernhalte? 

Ihr habt es mitbekommen:

Bloggen ist Arbeit, Bloggen ist Leidenschaft, Bloggen ist Spaß, Bloggen bedeutet Verantwortung und den allergrößten sorgsamen Umgang mit der Arbeit eines Menschen aus Fleisch und Blut, was leider manche Rezensenten vergessen.

15 Comments

    • Yvonne

      Hallo Andreas, es freut mich, wenn dir mein Beitrag gefallen hat und klar darfst du ihn erwähnen. Vielen Dank dafür. Ich sehe mich gleich mal bei dir um. Hab einen schönen Tag, liebe Grüße, Yvonne

  • Aleshanee

    Schönen guten Morgen!

    Die Diskussion, ob Rezensionsexemplare als Art “Bezahlung” gelten, kommt ja immer wieder mal auf. Gerade in Bezug auch auf “Werbung” bzw. ob man seine Beiträge dementsprechend kennzeichnen muss. Ist wohl immer noch eine juristische Grauzone, aber ich sehe es definitiv nicht so. DENN! Ich lese und rezensiere sie wie alle anderen Bücher auch, ob ich sie gekauft, ertauscht oder ausgeliehen habe spielt dabei keine Rolle.
    Auf meinem Blog sind Rezensionen von 1-5 Sternen vertreten und ja, ich finde auch die Sterne gehören dazu.

    Mit der schriftlichen Meinungen kann man seine Eindrücke widerspiegeln, manchmal aber vielleicht nicht so ganz die richtigen Worte finden. Vieles kann gefallen haben und dennoch gibts “nur” 3 Sterne, weils einen eben doch nicht so umgehauen hat.
    Bei anderen waren vielleicht Kleinigkeiten dabei, die gestört haben, aber dennoch hat es einen durch Thema, Handlung, Schreibstil total umhauen können, weshalb man gerne 5 Sterne vergibt. Ich finde, beides zusammen ergibt dann erst so richtig das, was man dazu sagen möchte.

    Ich schreibe natürlich auch nicht gerne kritische Rezensionen.
    Ich lese Bücher in der Erwartung, dass sie mich begeistern und grade wenn ich mit den Autoren in Kontakt stehe, tut es mir leid, wenn mir ihre “Arbeit” nicht gefällt. Aber das ist in allen Bereichen so, grade eben in der Kunst, das gilt ja auch bei Bildern, Filmen, Musik… wäre ja komisch wenn jedem alles gefällt ^^

    Einige Blogs sind mir auch schon aufgefallen, die nur “Highlights” lesen bzw. keine einzige kritische Rezension zu finden ist. Manche sagen dann, solche Bücher rezensieren sie nicht – aus welchen Gründen auch immer. Ich zum Beispiel rezensiere keine Abbrüche (hab aber da auch ein paar Ausnahmen auf dem Blog). Meist breche ich schon recht früh ab und kann dann dazu einfach nichts sagen, oft gebe ich den Büchern aber auch eine Chance und lese zumindest 100 Seiten oder das erste Drittel, je nachdem.
    Dafür aber dann Zeit für eine Rezension zu investieren ist mir zu mühselig, wenn es das Buch für -mich- nicht wert ist, mich noch länger damit zu beschäftigen.
    Bei manchen möchte ich aber eine schreiben, eben auch mit 1-2 Sternen,einfach weil ich das Bedürfnis habe, etwas darüber zu sagen.
    Das möchte ich auch als mein eigenes Entscheiden behalten – und gestehe das auch allen anderen Bloggern zu – was ich rezensieren möchte und was nicht. Manchmal fällt mir einfach auch schlicht nix ein 🙂

    Manchmal schreib ich auch nur ein kurzes Fazit, was ich dann aber auch so benenne … ich hab auch schon lange Rezensionen gelesen, die nicht wirklich etwas aussagen – und “Rezensionen” in ein paar Zeilen, die mir sehr viel gesagt haben. Es kommt immer ein bisschen drauf an.

    Schönes Thema, vielen Dank für deine Einsichten 🙂

    Liebste Grüße, Aleshanee

    • Yvonne

      Liebe Aleshanee, dir auch einen guten Morgen und vielen Dank für deine ausführliche und klare Meinung zu meinem Blogbeitrag. Das mit den Sternen und der dazugehörigen Meinung sehe ich ebenso wie du: Beides ergänzt sich und gehört für mich zusammen. Dass du ebenso kritische Buchbesprechungen veröffentlichst, finde ich super, denn erst das macht für mich einen Blog vertrauenswürdig und identifizierbar. Die Art zu erkennen, wie ein Blogger mit Büchern umgeht, die nicht seinen Geschmack treffen, sagt unheimlich viel über ihn aus und gerade in diesen Meinungen finde ich oft einen Anhaltspunkt, weshalb ich mich dann für eines dieser Bücher entscheide.

      In selbst gekaufte Bücher lege ich die gleiche Sorgfalt und Liebe beim Rezensieren wie in Rezensensionsexemplare und dennoch bleibt für mich ein Rezensionsexemplar eine Art Bezahlung. Es ist ein Geschäftsmodell. Der Autor/Verlag überlässt mir nicht sein Buch, weil er mir vergnügliche Lesestunden schenken möchte, sondern weil er sich eine Rezension dafür erhofft, was im Vorfeld auch deutlich kommuniziert wird. Wie viel Zeit ich darin investiere bleibt mir überlassen, weshalb ich diese “Leistung” nicht in die Waagschale werfe. Andere machen es sich wesentlich leichter und das ist ihr gutes Recht. Bei mir geht halt immer viel Zeit drauf, aber das bin eben ich. Mit dieser Art “Bezahlung” erkaufen sich die Autoren/Verlage zwar eine Rezension von mir, aber nicht meine freie Meinungsbildung, die wohl nicht immer in ihrem Sinn ausfällt und dieser Punkt ist mir megawichtig. Ich lebe inzwischen mit diesem “Bezahlsystem” und rede es mir auch nicht mehr schön, aber ich bewahre mir meine Meinungsfreiheit zu den Büchern und das Recht darauf, auch eine negative Kritik zu veröffentlichen. Damit müssen beide Seiten leben.

      Und wenn ich einmal ein Buch abbrechen muss (diesem gebe ich ebenso eine Chance wie du und lese mich immer zwischen 50 und 70 Seiten in die Geschichte hinein) dann kennzeichne ich den Buchabbruch in meiner Rezension, halte meine Leseeindrücke bis zu diesem Punkt fest und vergebe dabei immer nur 1 Stern. Mehr geht in diesen Fällen leider nicht. Und jetzt lese ich mir deine Beiträge zu diesem Thema auf deinem Blog durch.

      Vielen Dank für deinen Besuch und deine rege Teilnahme an meinem Beitrag, liebe Grüße, Yvonne

        • Yvonne

          Moin Aleshanee, das ist aber lieb von dir und eine tolle Idee, deine Stöberrunde. So etwas fehlt mir noch auf meinem Blog.
          Ich wünsche dir einen guten Start ins Wochenende, liebe Grüße, Yvonne

  • monerl

    Hallo Yvonne,
    auf Facebook haben wir uns ja bereits etwas zum Thema Sternevergabe ausgetauscht. Zum eigentlichen Thema wollte ich aber gerne meine Meinung auf dem Blog hinterlassen. Wir alle freuen uns ja über Kommis auf dem Blog. 🙂

    Ich bin der Meinung, dass man Rezensionsexemplare auch unabhängig bewerten kann. Vielleicht kann das nicht jede*r, aber überwiegend wird es sicherlich schon der Fall sein. Und denen, die bei Rezi-Exen keine kritische Meinung verfassen können, merkt man es in der Regel auch an, dass sie sich mit der Rezension schwergetan haben. Auch wenn es ein Hobby ist, kostet Bücher lesen freie Zeit, kostbare freie Zeit, die man sehr gerne für sein Hobby verwendet. Doch das nachfolgende Rezensieren dieser Bücher, wenn es Rezensionsexemplare waren, kostet unverhältnismäßig mehr kostbare, freie Zeit, als das Buch als Gegenwert anbieten könnte. Blogger*innen machen m.M.n. recht kostenlos Werbung für Verlage und Autor*innen. Wie du oben schon sehr gut aufgeschlüsselt hast, ist es sehr aufwendig schriftlich genau aufs Buch einzugehen und darzulegen, was man mochte und was nicht. Desahlb ist es für mich auch wichtig, dass auch kritische und negative Meinungen veröffentlicht werden müssen, so sie sich sachlich mit der Geschichte auseinandersetzten. Hierzu habe ich auch schon selbst mal einen Beitrag geschrieben. Falls du magst, HIER entlang.

    Ich kennzeichne alle meine Reziexemplare, damit mein Blogleser*innen wissen, dass ich transparent bin. Und wenn man meinen Blog verfolgt, kann man feststellen, dass ich auch für Rezi-Ex kritische bzw. negative Rezensionen veröffentliche. Wenn Autor*innen oder Verlagen das nicht gefällt, ist das zwar schade, aber ihr persönliches Pech. Denn ich bin auf keine Rezensionsexemplare angewiesen. Ich kann mir jedes Buch, das ich lesen möchte, auch selbst kaufen oder ausleihen. Wer meine unabhängige Meinung nicht schätzt, mit dem möchte ich sowieso nicht zusammenarbeiten. Ein geschenktes und zur Rezension überlassenes Buch ist es keinesfalls wert, mich einschüchtern zu lassen, denn meine Meinung kann so oder so nicht verhindert werden. Zu meinen gekauften Büchern schreibe ich ja auch eine Rezi, veröffentliche und streue sie, ob positiv oder negativ. Zudem ist jede Rezension eine Werbung! Hauptsache, das Buch ist sichtbar und im Gespräche. Ist ein Buch so schlecht, dass es alle, die es lesen, schlecht finden, dann muss der*die Autor*in eben noch mehr an sich arbeiten oder überdenken, oder überdenken, ob die Schriftstellerei etwas für sie oder ihn ist.

    GlG und ein schönes Wochenende,
    monerl

    • Yvonne

      Liebe Monerl,
      1000 Dank für dein ausführliches Feedback, was mir viel bedeutet. Die Kennzeichnung, woher ich ein Buch habe, ist mir sehr wichtig, das handhabe ich ebenso wie du. Überhaupt schwimmen wir auf einer ähnlichen Welle miteinander. Es tut gut, nicht alleine mit diesen Gedanken zu sein. Ich habe mir deinen Beitrag zu diesem Thema durchgelesen und er hat mir prima gefallen. Ein Kommentar war Ehrensache.

      Es ist unsere Pflicht, unabhängig zu rezensieren, aber der Außenwirkung bin ich mir durchaus bewußt und das ist ein Punkt der mich beschäftigt. Leider sehen viele unsere Meinung als beeinflusst an und irgendwie ist es auch ein Geschäft. Wir erhalten ein Rezensionsexemplar und im Gegenzug wird eine Rezension verlangt. Nur logisch, wenn hier jemand die Rezension als Zahlungsmittel ansieht. Und ich kann das nicht widerlegen, leider. Ich weiß nur für mich, was alles dranhängt und wie ehrlich ich meine Buchbesprechung schreibe. Und das immer, bei jedem Buch, egal ob selbst gekauft, oder eben als Rezensionsexemplar erhalten.

      Ich wünsche dir ein entspanntes Wochenende, liebe Grüße, Yvonne

  • Lara

    Das ist ein richtig guter Post von dir und auch richtig toll geschrieben!
    Ich stimme dir da in allen Punkten absolut zu.

    Bei mir macht es keinen Unterschied, ob das Buch ein Rezensionsexemplar ist oder nicht, alle erhalten die gleiche Art von Bewertung von mir und die ist immer ehrlich. Vielleicht bin ich bei Rezensionsexemplaren mehr dazu verleitet, beim Wanken zwischen zwei Sternen-Zahlen eher zur besseren zu tendieren, aber wenn dann mache ich das definitiv nicht bewusst und es passiert auch nicht häufig.

    Aber so finden sich alle Sternen-Zahlen auf meinem Blog wieder, und ebenso wie bei dir bestehen meine Rezensionen aus weitaus mehr als nur “hat mir sehr gut gefallen”. Und negative Rezensionen sind bei mir niemals ein Zeriss des Buchs/der Autoren, sondern (in meinen Augen) eine konstruktive Kritik mit klaren Begründungen, warum genau das Buch mir nicht gefallen hat.

    Ich kann es auch nicht verstehen, wenn einige nur die positie Meinungen öffentlich posten. Dann gäb’s ja nur noch 5-Sterne Bücher, was ja nicht Sinn von Rezensionen ist. Es ist ja oft genug so, dass ich ein Buch kritisiere und der andere liebt es, es ist ja keine subjektive Wertung von Büchern sondern eine persönliche, objektive Meinung. 🙂

    Liebst, Lara.

    • Yvonne

      Liebe Lara, ich danke dir, für deine offenen Worte und es erfüllt mich mit großer Freude, dass unsere Blogger-Herzen im Gleichklang schlagen. Dein ausführliches Kommentar rundet meinen Beitrag ab und ich finde es toll, das du dir die Zeit dafür genommen hast.

      Herzliche Grüße, Yvonne

  • Mo

    Liebe Yvonne,

    einen guten und wichtigen Artikel hast du hier geschrieben. Ich gebe dir absolut recht, bloggen ist Schwerstarbeit. An einer Rezension sitze ich auch manchmal sehr lange und mir geht es ähnlich wie dir: Schon allein die Verteilung der Rezension dauert bis zu einer Stunde und teilweise mehr.

    Sterne vergebe ich gar keine. Früher habe ich in Kategorien Punkte vergeben, aber das habe ich vor 1 1/2 Jahren abgeschafft. Bei manchen Büchern (z.B. True Crime) passen für meinen Geschmack keine Sterne etc.
    Ich finde auch schlechte Rezensionen wichtig (sind sie sachlich und begründet) und stelle sie auch ungeniert auf meinen Blog.

    Liebe Grüße
    Mo

    • Yvonne

      Liebe Mo, lieben Dank für deinen Besuch und dein ausführliches Feedback. Ja, Bloggen ist viel Arbeit und nicht immer fließt es aus meinen Fingern, aber sobald mich ein Buch entzündet, schreibt sich die Rezension fast von alleine.

      Ich finde es toll, das du für dich deinen Weg gefunden hast und ohne Sterne-Bewertungen auskommst. Für mich passen sie gut zu den Rezensionen, also lasse ich weiter Sterne vom Himmel regnen. Und für mich ist jede konstruktive Rezension wichtig, egal ob positiv oder negativ. Ich bin froh, das ich damit nicht alleine bin.

      Herzliche Grüße, Yvonne

  • Sabine

    Liebe Yvonne, wie immer machst du dir gute und wichtige Gedanken!
    Und ich denke, du machst das genau richtig.
    Auch, wenns mal keine Fünfstern-Bewertung ist. Und gerade dann!
    Auch ein Autor und ein Verlag hat ein Recht auf persönliche Meinung und lebt davon.
    Refkektion der eigenen Arbeit ist wichtig. Und manchmal muss man sich – auch als Autor – ja ein bisschen reiben!!

    • Yvonne

      Liebe Bine, vielen Dank für deine wahren Worte. Dieses Thema musste heute raus, sonst hätte es mich niedergebrannt. Ich drück dich aus der Ferne und hoffe sehr, das es euch gut geht.

      Liebe Grüße, Yvonne

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