Never too Close
Liebesroman

Der Augenblick, der die Tür zu unserer Seele öffnet

Die Rechte am Cover liegen bei BasteiLübbe


Meine Rezension:

Buch Herkunft: Buchprämie bei Lesejury 

Never Too Close

von Morgane Moncomble, 464 Seiten, erschienen am 30.09.2019 im LYX.digital Verlag

Dieser Moment, der darüber entscheidet, dass wir einen anderen Menschen in unser Leben lassen, ist magisch.

Um was es geht:

An einem Silvesterabend bleiben Violette und Loan zusammen in einem Aufzug stecken. Es ist der Beginn einer atemberaubenden Freundschaft, die mich zum Träumen verleitet. Violette ist mit 20 Jahren noch immer Jungfrau und macht Loan ein unmoralisches Angebot, das dieser nicht ablehnen kann.

Die Figuren:

Violette ist ein großer Tollpatsch, spricht erst, bevor sie nachdenkt und unter Druck ohne Punkt und Komma, oder Luft zu holen. Sie ist ein quirliger und etwas verrückter Charakter. Vio leidet unter schlimmen Kindheitserinnerungen, die zu Panikattacken führen. Sie studiert Modedesign und ist dafür nach Paris gezogen.

Loan Millet ist von Beruf Feuerwehrmann. Er spricht immer leise und mit Bedacht und lächelt viel zu selten. Auch er leidet unter schweren Kindheitserinnerungen. Er hat wunderschöne blaue Augen und ist auch sonst ein Sahneschnittchen.

Von den Nebencharakteren liebe ich Ethan. Er ist so ein Schatz.

Die Umsetzung:

Was mir gefiel:

Der Schreibstil ist fantastisch und so fliege ich durch die Seiten. Die Geschichte wird aus den Ich-Perspektiven von Logan und Vio im Präsens erzählt. Mein Kopfkino läuft auf Hochtouren und ich bin ganz nah dran.

Die expliziten Szenen sind vom Feinsten. Dieses Talent erlebe ich in solch hoher Qualität nicht sehr oft und genieße es total. Es wird aus beider Sicht geschrieben, was den Lesegenuss noch einmal steigert. Unzählige Emotionen werden perfekt transportiert und ich habe mehr als einmal ein Kribbeln im Bauch. Der Epilog ist wunderbar und ich seufze zufrieden auf.

Was mir nicht gefiel:

In der Story gibt es immer wieder Rückblenden, die meiner Meinung nach unnötig sind und mir das Lesen erschweren. Hier hätte ich mir eine bessere Lösung gewünscht. Dank der tollen Schreibe verliert mich die Autorin nicht.

Ich stehe auf kaffeesatzschwarzen Humor, doch ein pädophiler Witz? Ernsthaft? Es gibt Grenzen, die nie überschritten werden dürfen. Unter keinen Umständen.

Ein unbekannter Mann sitzt etwas entfernt mit seinem Laptop in einem Imbiss. Ich verstehe, dass man an der Geräterückseite erkennen kann, dass es sich um ein Apple Gerät handelt. Doch woher zur Hölle will sie wissen, dass er ein MacBook Pro zuklappt? Schwupp fliege ich aus dem Lesefluss. Völlig unnötig!

In vollkommener Dunkelheit etwas zu sehen, irritiert mich und schwupp fliege ich aus dem Lesefluss. Vor allem Fotos an der Decke anschauen und sich verengende Pupillen beobachten, kann ich mir nicht annähernd vorstellen. Die vollkommene Dunkelheit wird mehrfach in dieser Szene betont. Dass das dem Lektorat nicht auffällt, verstehe ich nicht.

Für mich absolut nicht nachvollziehbar ist, dass sich Vio noch klar werden muss, was sie für Logan empfindet – nach dieser fantastischen Nacht?? Wer soll das glauben? Ich meine, steht sie irgendwie neben sich? Hat sie nur ihren Körper im Bett geparkt und war selbst ganz woanders? Himmel, so weltfremd kann keine Frau sein. Nicht einmal Violette!

Generell hat mich die Entwicklung der beiden nicht überzeugt.


Mein Fazit:

Die Geschichte habe ich, trotz meiner genannten Kritikpunkte, rasch durchgelesen und sie hat mich gut unterhalten. Es ist einiges weltfremd geschildert und holt mich nicht zu 100% ab. In dieser Story stecken jede Menge Leidenschaft, Herzschmerz, Tränen und heftiges Prickeln.

Beim Lesen ist es nicht ratsam zu viel zu hinterfragen, was mir leider nie gelingt, deshalb gebe ich 3,5 gute Sterne von 5 und eine Leseempfehlung. Wo es keine 3,5 Sterne gibt, runde ich auf 4 auf.

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