Frohe Weihnachten überall
Alltägliches

Frohe Weihnachten überall

 

 

Ein Besuch bei Familie Maus

Familie Maus lag in den letzten Vorbereitungen für ihr Winterfest. Der Wind blies beißend über das umgepflügte Feld und bewegte die mit Raureif eingepackten Grashalme am Feldrand von links nach rechts und wieder zurück, weil er ständig die Richtung wechselte. 

 

Tick tack, tick tack … Machte die Uhr, die über dem Kamin hing, in dem ein wärmendes Feuer knisterte. Mama Maus steckte mit beiden Händen in einer Porzellanschüssel und knetet konzentriert den Teig, dessen Duft später die ganze Stube erfüllen würde. Alle Mäuse liebten frisches Brot und so durfte diese Spezialität zum Fest nicht fehlen. Papa Maus war mit dem Nachbarn Herrn Pieps-Maus unterwegs, um allen ein frohes Winterfest zu wünschen. 

 

Auch Mäusekinder spielen

Fred, der jüngste der Mäusekinder, hielt seine Puppe fest im Arm. Mit leiser Stimme sang er ihr ein Einschlaflied vor und Konrad, sein älterer Bruder, gähnte herzhaft, während er mit der kleinen Holzeisenbahn spielte. Ida rannte zu ihrer Mutter und zupfte aufgeregt an deren Rock. 

 

„Mama, Mama, wann kommt denn das Wichtelkind?“

„Wie jedes Jahr, wenn wir im Wald bei der Winterfeier sind.“ 

„Darf ich hierbleiben? Vielleicht benötigt es ja Hilfe?“ Ida blickte ernst in das Gesicht ihrer Mutter, die ihre Tochter liebevoll anlächelte. „Das Wichtelkind kommt wunderbar ohne deine Hilfe zurecht, aber im Wald würden dich so einige vermissen, wenn du nicht dabei wärst.“ Ida verzog ihr Mäulchen. 

 

„Ich will aber hierbleiben. Ich habe auch gar keine Angst, bitte, bitte, liebe Mama, darf ich?“

„Nein, wir gehen gemeinsam zur Feier und nun hilf mir mal mit dem Teig. Du kannst mir das Geschirrtuch holen und dann decken wir ihn ab und geben ihm Zeit zum Aufgehen.“ Das war eines der Dinge, die Ida faszinierte. Wie aus einem kleinen Stück Teig ein so großer Batzen werden konnte. Sie reichte ihrer Mutter das Tuch und beobachtete, wie diese es über die Schüssel legte und sie dann in der Nähe des Kamins platzierte. 

 

Der fürsorgliche Papa

Die Tür flog auf und der Wind wehte eisig herein. Papa Maus schloss sie eilig wieder und schlüpfte aus seinem Mantel. „Es ist alles erledigt. Der Schuppen ist voll mit Holz und die Vorräte sind auch gut gefüllt und wir haben jedem Nachbar ein frohes Fest gewünscht. Jetzt können ein paar ruhige Tage kommen.“ Er rieb sich die Hände und streckte sie dem Kamin entgegen.

 

„Papa, schau mal an der Lok geht die Farbe ab.“ Konrad hielt seinem Vater die hölzerne Lokomotive hin. Dieser nahm sie und prüfte sie eingehend. „Ich habe noch etwas Farbe draußen. Das bekomme ich wieder hin.“ Er schlüpfte erneut in seinen Mantel und verließ die behagliche Wohnstube. Konrad setze sich zu Fred und gähnte. Das Einschlaflied zeigte eindeutig Wirkung. Ida gesellte sich ebenfalls zu ihnen und rieb sich die Augen. Mutter Maus beobachtete sie lächelnd. Seit Tagen waren sie aufgeregt und fieberten der Feier entgegen und nun saßen sie dicht gedrängt beieinander und hörten ihrem kleinen Bruder zu, der ein Schlaflied nach dem anderen zum Besten gab. Fred hatte eine schöne Stimme, so hell und klar. 

 

Es dauerte nicht lange und da kam Papa Maus wieder zurück. Die Lok musste noch trocknen, aber sie erstrahlte in sonnengelb. 

 

Eine besondere Feier

Die Wintermesse fand wie immer auf der alten Lichtung im Wald statt. Die Rehe, Hirsche, Füchse, Igel, Eichhörnchen, Wildschweine, Vögel, Marder, Dachse und Mäuse waren gekommen, um sich von dem Jahr zu verabschieden, das für alle kein Leichtes war. Es gab bittere Verluste. Die Reihen lichteten sich nach einer groß angelegten Drückjagd und ließ so manches Familienmitglied traurig zurück. Das Wetter hatte es auch nicht immer gut mit ihnen gemeint und die Nahrungssuche erschwert. Zudem gab es Krankheiten, die weitere Opfer forderten.

 

Aber heute waren sie gekommen, um Danke zu sagen und sich auf ein neues Jahr zu freuen. Ein Jahr, das hoffentlich unbeschwerter für alle verlaufen würde. Ida hielt die Hand ihrer Mama fest und Fred und Konrad umklammerten die Hände ihres Papas. Das letzte Sonnenlicht rutschte hinter die großen Tannen und die Lichtung verdunkelte sich. Es war Zeit, sich auf den Heimweg zu begeben. Papa Maus zog seinen Schal fester um den Hals und nahm Mama Maus bei der Hand. Die Kinder rannten fröhlich voraus, gleich hinter ihren Nachbarn Pieps. Ein junges Reh flog über sie hinweg und wirbelte dabei einige Erdklumpen auf. 

 

„Pass doch auf, wo du hinläufst“, schimpfte Papa Maus, aber Mama Maus legte beschwichtigend den Arm um ihn. „Lass doch, das Kleine ist genauso aufgeregt wie unsere drei.“ Sie nickte wissend zu Fred, Konrad und Ida, die immer schneller Richtung zu Hause liefen, dabei wackelten die Bommeln ihrer Mützen eifrig im Takt ihrer Schritte. „Du hast ja recht“, brummelte Papa Maus und lehnte sich in die Umarmung seiner Frau. Und damit stand einem fröhlichen Winterfestabend nichts mehr im Weg. 

 

Frohe Weihnachten überall

So, jetzt ist es an der Zeit die Familie Maus alleine zu lassen, um sie nicht zu stören. Ich hoffe, ihr habt alle ein unbeschwertes Weihnachtsfest, gesunde Feiertage und macht einfach das Beste aus allem. Ich freue mich, wenn wir uns bald wieder lesen. 

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